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    Monats-Archive: Februar 2011

    Nach einem Bericht der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND, wird die Bundesrepublik für ausländische Fachkräfte nicht attraktiver. Trotz verbesserter Zuzugsbedingungen zieht es nur selten Hochqualifizierte in ein Unternehmen zwischen Füssen und Flensburg, lautet das Fazit einer Untersuchung der Regierung.

    Deutschland wird für ausländische Fachkräfte trotz erster Erleichterungen nicht attraktiver. Dies zeigt der aktuelle Migrationsbericht der Bundesregierung. So kamen im Jahr 2009 ganze 169 Hochqualifizierte wie Ärzte aus dem außereuropäischen Ausland in die Bundesrepublik – obwohl damals zum Jahresbeginn eigens die Verdienstschwelle für diese international heiß begehrten Fachkräfte auf rund 66.000 Euro im Jahr herabgesetzt worden war. Im Jahr zuvor waren 157 Hochqualifizierte gekommen.

    Auch die Zahl der IT-Experten aus Ländern wie Indien oder China sank nach Regierungsangaben: 2009 kamen 2500 Computerfachkräfte hierher, im Jahr zuvor waren es noch 3900 gewesen. Branchenkenner führen den Rückgang vor allem auf die schwächelnde Konjunktur 2009 zurück. Im vergangenen Boomjahr dürfte die Zahl der Computerzuzügler dagegen wieder gestiegen sein. Aktuell gibt es in der IT-Branche rund 28.000 offene Stellen. "Allerdings haben wir weiterhin einen ungedeckten Mehrbedarf von rund 5000 hoch qualifizierten IT-Fachkräften pro Jahr", sagte Stephan Pfisterer, Arbeitsmarktexperte beim Branchenverband Bitkom.

    Insgesamt ging die Zahl aller Arbeitsmigranten aus sogenannten Drittstaaten – also Ländern außerhalb der Europäischen Union – deutlich zurück. Hierzu zählen neben den IT-Fachkräften auch Saisonarbeiter. So wurden 2009 rund 60.000 Arbeitsgenehmigungen für Drittstaatsangehörige ausgestellt, im Jahr zuvor waren es noch 79.000 gewesen.

    Insgesamt war 2009 wie bereits im Vorjahr die Abwanderung aus Deutschland größer als die Zuwanderung. 2009 betrug der Saldo 12.800 Personen, 2008 hatte er allerdings noch bei 56.000 gelegen. Hauptherkunftsländer waren Polen, Rumänien und die USA. Danach folgt die Türkei, in die aber im vierten Jahr in Folge mehr Menschen abwanderten, als von dort herkamen. Gut ausgebildete junge Türken sehen dort bessere Berufschancen. "Wir müssen den Braindrain stoppen", forderte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU).